Einkommensteuererklärung

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Was ist die Einkommensteuer?

Bevor es zu Themen wie z.B. was ist eine Einkommensteuererklärung oder wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben kommt, möchten wir dir erst einmal erklären was genau die Einkommensteuer überhaupt ist.

Die Einkommensteuer ist eine direkte Steuer als auch eine Gemeinschaftsteuer, die in Deutschland auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben wird. Einkommensteuer zahlen sowohl Angestellte als auch Selbständige und auch Rentner.

Die Einkommensteuer stellt eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates dar. Die Einkommensteuer ist zusammen mit ihren verschiedenen Erhebungsarten (z.B. Lohnsteuer) neben der Umsatzsteuer die wichtigste Steuerart. Beide Steuerarten liegen in den letzten Jahren nahezu gleichauf, wie auf der Seite zum Steueraufkommen in Deutschland auf Wikipedia ausführlich dokumentiert ist.

Das Gegenstück zur Einkommensteuer für sogenannte juristische Personen (z.B. Kapitalgesellschaften, vor allem GmbHs und Aktiengesellschaften, aber auch Vereine) ist die sogenannte Körperschaftsteuer.

Grundprinzipien der Einkommensteuer

Das alle natürlichen Personen ihr Einkommen aus selbstständigen und nichtselbstständigen Tätigkeiten gemäß dem Einkommensteuergesetz (EStG) versteuern müssen, hatten wir eingangs bereits erläutert.

Natürlich stellt sich die Frage wie die Steuergerechtigkeit sichergestellt werden kann, denn die Menschen sind nicht alle gleich und auch die Lebensumstände sind stets individuell und verschieden.

So gibt es z.B. Menschen die im Jahr 30.000 € verdienen und andere verdienen 300.000 €. Würden beide jeweils 20% Steuern zahlen, wäre der Gutverdiener bei weitem nicht so stark belastet wie der Normalverdiener. Eine andere Person erzielt ihr Einkommen vielleicht nur zu einem Teil in Deutschland und hat weitere Einnahmen in anderen Staaten.

Ebenfalls sehr häufig kommt es vor, dass z.B. der eine Arbeitnehmer täglich nur 5 Minuten zu Fuß zur Arbeit gehen muss. Ein anderer Arbeitnehmer hingegen muss täglich 70 km mit dem Auto oder der Bahn bis zu seiner Arbeit zurücklegen. Er hat damit deutlich höhere Kosten um zur Arbeit zu kommen als sein Kollege, erzielt aber nur die gleichen Einnahmen.

Aufgrund dieser individuelle Besonderheiten wurden vom Gesetzgeber Grundprinzipien definiert, an welchen sich das Einkommensteuergesetz ausrichtet und so Gerechtigkeit sicherstellen soll. Zu diesen Grundprinzipien zählen:

  • Besteuerung nach Leistungsfähigkeit – Dieses Prinzip besagt das einkommensteuerpflichtige Personen nur nach ihrer jeweiligen finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit Einkommensteuer belastet werden dürfen.
  • Nettoprinzip – Das Nettoprinzip besagt, dass nur die Nettoeinnahmen der Besteuerung unterliegen. Kosten die aufgewendet werden mussten um überhaupt die Einnahmen erzielen zu können, sind z.B. als sogenannte „Werbungskosten“ steuermindernd in Abzug zu bringen.
  • Periodizitätsprinzip – Dieses Prinzip regelt die zeitliche Besteuerung des Einkommens in der jeweiligen Bezugsperiode.
  • Welteinkommensprinzip – Nach dem Welteinkommensprinzip wird das weltweite Gesamteinkommen eines Menschen in dem Land besteuert, in dem die Person ihren Wohnsitz hat.
  • Progressive Besteuerung – Um die Besteuerung auf Basis der persönlichen Leistungsfähigkeit sicher zu stellen, kommen in Deutschland gestaffelte Steuersätze zur Anwendung. D.h.: der Steuersatz ist von der Einkommenshöhe abhängig und fällt bei einem höheren Einkommen prozentual höher aus.

Welche Einkünfte müssen versteuert werden?

Die finale Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer ist gemäß § 2 Absatz 5 Satz 1 EStG das sogenannte „zu versteuernde Einkommen„. Das zu versteuernde Einkommen sowie die Vorstufen „Einkommen“, „Gesamtbetrag der Einkünfte“ und auch die „Summe der Einkünfte“ haben ihren Ausgangspunkt in den sogenannten „Einkünften“.

Die Einkünfte werden in 7 verschiedene Einkunftsarten unterschieden. Die Einkünfte ergeben sich dabei entweder aus der Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben in Form des Gewinns oder aus dem Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten. Auch diese Begriff und Definitionen sind im § 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) enthalten und Absatz 1 benennt konkret die folgenden 7 Einkunftsarten:

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13–14a EStG)
  2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§§ 15–17 EStG)
  3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG)
  4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§§ 19–19a EStG)
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
  7. Sonstige Einkünfte (§§ 22–23 EStG)

Wenn an diesem Punkt klar ist welche Einkünfte zum „zu versteuernden Einkommen“ zählen, stellt sich unweigerlich die Frage wie diese Einkünfte nun in einer Einkommensteuererklärung anzugeben sind. Damit sind wir an dem Punkt, den die große Mehrheit der Steuerpflichtigen am wenigsten mögen: das Ausfüllen von Formularen.

Abgabefristen für die Einkommensteuererklärung

Die Einkommensteuererklärung, wie auch die Erklärungen zur Gewerbesteuer, zur Umsatzsteuer, zur Körperschaftsteuer und die Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung sind für das vorherige Kalenderjahr nunmehr immer bis zum 31.07. des laufenden Jahres abzugeben. Diese verlängerte Abgabefrist (vorher endete die Frist am 31.05.) tritt erstmals im Jahr 2019 für die Einkommensteuererklärung 2018 tritt in Kraft. Die Änderung basiert auf dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens (v. 18.7.2016, BGBl 2016 I S. 1679).

Steuerpflichtige die durch einen Steuerberater vertreten werden haben sogar bis zum 29.02.2020 Zeit ihre Einkommensteuererklärung für 2018 abzugeben. Unsere Mandanten, egal ob Unternehmen, Existenzgründer und Privatpersonen, informieren wir rechtzeitig an die Abgabe der notwendigen Unterlagen, so dass eine Erstellung der Einkommensteuererklärung (als auch der übrigen notwendigen Steuererklärungen) stets innerhalb der Frist erfolgen kann.

Am Rande: es gibt eine Ausnahme hinsichtlich der verlängerten Abgabefrist. Endete nämlich die berufliche oder gewerbliche Tätigkeit bereits vor dem 31.12.2018, so ist die Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr 2018 bereits einen Monat nach Beendigung der beruflichen Tätigkeit abzugeben.

Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung verpasst?

Wurde die Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung nicht eingehalten, droht das Finanzamt ein Zwangsgeld an und setzt dieses anschließend fest (§§ 328 ff. AO). Wird die Steuererklärung dann immer noch nicht abgegeben, wird regelmäßig die Schätzung der Besteuerungsgrundlagen angekündigt und auch durchgeführt. Die Schätzung durch das Finanzamt befreit natürlich nicht von der weiterhin bestehenden Pflicht zur Abgabe der angeforderten Steuererklärung.

Einkommensteuererklärung 2018: automatischer Verspätungszuschlag

Für Steuererklärungen, die nach dem 31.12.2018 erstmals einzureichen sind, kommt nun außerdem der automatische Verspätungszuschlag zur Anwendung (§ 152 Abs. 2 AO). Der Verspätungszuschlag wird ab 2019 folgendermaßen ermittelt: für jeden angefangenen Monat der Versäumnis werden 0,25 % der um die Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge verminderten Steuer fällig (abgerundet auf volle Euro). Als Mindestsatz setzt das Finanzamt dann für eine Jahreserklärung jedoch 25 Euro pro verspätetem Monat fest.