Doppelte Haushaltsführung: Einrichtungskosten voll absetzen

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Der Fall vor Gericht

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat zu der Thematik „doppelte Haushaltsführung“ kürzlich  in einem Urteil (BFH, Urteil vom 4.4.2019, Aktenzeichen VI R 18/17) zugunsten eines Mannes entschieden, der sich an seinem Arbeitsort ab Mai 2014 eine Zwei-Zimmer-Wohnung gemietet hatte. Als Kosten für diese Unterkunft machte er im Rahmen der doppelten Haushaltsführung steuerlich 9.747 Euro geltend, wobei in diesem Gesamtbetrag auch Aufwendungen für die Einrichtung und den Hausrat enthalten waren. Das zuständige Finanzamt kam jedoch zu dem Ergebnis, dass als Unterkunftskosten nur 1.000 Euro pro Monat abzugsfähig (8 Monate à 1.000 Euro = 8.000 Euro) sind. Das Finanzamt kürzte entsprechend die Summe und ließ die übersteigenden 1.747 Euro unberücksichtigt. Gegen diese Auslegung des Finanzamtes klagte der Mann vor dem Finanzgericht Düsseldorf und dann später in höherer Instanz beim BFH.

Was zu den Unterkunftskosten einer Zweitwohnung zählt

In der Vergangenheit gab es schon immer unterschiedliche Auffassungen dazu, was bei einer doppelten Haushaltsführung überhaupt zu den Unterkunftskosten zählt. Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) umfasst der monatliche Höchstbetrag von 1.000 Euro neben der Miete und den Nebenkosten auch die Aufwendungen für Einrichtung und Hausrat. Bei einer möblierten Wohnung werden die gesamten Kosten bis zu diesem Betrag somit abgedeckt.

Andere Meinungen rechnen in die Unterkunftskosten nur die Kaltmiete – oder bei einer Eigentumswohnung die Abschreibung auf die Anschaffungskosten – hinein. Die Nebenkosten würden demnach genau wie Einrichtungskosten und Hausrat zu den nicht gedeckelten Mehraufwendungen zählen.

In seiner aktuellen Entscheidung schließt der BFH sich nun einer dritten Meinung an. Damit stellt er klar, dass zu den Unterkunftskosten die Miete einschließlich der Betriebskosten oder alternativ bei einer Eigentumswohnung die Abschreibung auf die Anschaffungskosten zählen. Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsartikel sind nach Einschätzung des BFH jedoch nicht mit der Nutzung der Wohnung gleichzusetzen. Daher fallen sie auch nicht unter den Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat, sondern sind vollständig absetzbar.

Kostenaufteilung bei möblierten Wohnungen

Handelt es sich bei der Zweitwohnung hingegen um eine möblierte oder teilmöblierte Wohnung, steigt der Nutzungswert solch einer Wohnung durch die mitvermieteten Möbel. Entsprechend ist die Miete hier aufzuteilen in den Anteil der begrenzt abziehbaren Kosten für die Unterkunft und in die Kosten für die Möbelüberlassung. Wenn der Mietvertrag keine konkreten Angaben zu einer Aufteilung dieser Aufwendungen vorsieht, müssen die Werte im Zweifel vom Mieter realistisch ermittelt bzw. geschätzt werden.

Wichtiger Tipp: die Einrichtungskosten richtig geltend machen

Wie bereits erwähnt können sowohl die Kosten für alle notwendigen Gegenstände der Einrichtung als auch die Kosten für den Hausrat geltend gemacht werden, wenn eine doppelte Haushaltsführung vorliegt. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass der Wert der einzelnen Stücke darüber bestimmt, wie sie steuerlich anzusetzen sind. Einrichtungsgegenstände, deren Kaufpreis unter 800 € netto liegt, werden zum Beispiel im Jahr der Anschaffung direkt komplett steuerlich geltend gemacht. Einrichtungsgegenstände hingegen, die mehr als 800 € netto gekostet haben, werden über mehrere Jahre abgeschrieben.

Wie viele Jahre für die einzelnen Wirtschaftsgüter anzusetzen sind kann man anhand der sogenannten AfA-Tabellen („AfA“ = Absetzung für Abnutzung) ablesen. In den Tabellen sind die Zeiträume angegeben über welche die einzelnen Wirtschaftsgüter aufgrund Ihrer Art abzuschreiben sind. So liegt die Nutzungsdauer für Kühlschrank und Waschmaschine, wenn sie mehr als 800 € kosten, bei 10 Jahren. Der Kaufpreis eines solchen Gerätes würde also jährlich mit 10% als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

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