Corona-Virus: Was jetzt wichtig ist.

GBK Steuerberater Lübeck - Corona - Covid19

Wir haben auf dieser Seite für Sie erste Informationen zum Thema „Corona/ Covid19“ zusammengestellt und weiterführende Informationen verlinkt. Wir weisen Sie darauf hin, dass die Informationen teilweise nicht abschließend sind, da sich die Lage aktuell stetig verändert. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Senkung der Umsatzsteuer ab 1.7.2020

Hinsichtlich der sehr kurzfristig beschlossenen und nun für viele Unternehmen umzusetzenden Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer möchten wir Ihnen mit den beiden nachfolgenden Videos sowie den dazugehörigen Skripten einen Überblick über die Veränderungen geben. Aufgrund der kurzen Zeit haben wir das Angebot unseres geschätzten Kollegen und langjährigen Dozenten in der Steuerberater-Ausbildung Herrn Volker Schuka angenommen und stellen Ihnen die von ihm angebotenen Videos und Skripte hier zur Verfügung. Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben wenden Sie gern direkt an uns.

Informationen für alle Unternehmen

Informationen für Gastronomen

Konjunkturpaket – ein Überblick

 

Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beschlossen, über die wir Sie nachfolgend kurz informieren möchten.

  • Absenkung der Mehrwertsteuer: vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden. Dies sollte bereits frühzeitig bei der künftigen Rechnungsstellung eingeplant werden. WICHTIG: Hier müssen Sie sowohl ihre Eingangs- wie auch ggf. Ihre eigenen Ausgangsrechnungen auf den verminderten MwSt-Satz hin überprüfen. Die notwendigen Anpassungsmaßnahmen in z.B. Rechnungsprogrammen und Kassensystemen sind entsprechend vorzunehmen und nach dem Stand der aktuellen Informationen dann per 1.1.2021 wieder zurückzunehmen.
  • Kinderbonus für Familien: einmalig erhalten Eltern EUR 300,00 pro Kind. Dieser Bonus wird allerdings mit dem Kinderfreibetrag verrechnet.
  • Für Alleinerziehende wird der „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ verdoppelt.
  • Degressive Abschreibung: als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 eingeführt. ACHTUNG: ob dies nur für jetzt getätigte Neuanschaffungen oder auch für bereits getätigte Investitionen gilt, wird noch geregelt werden.
  • Überbrückungshilfen: Erstattung eines Teils der fixen Betriebskosten für kleine und mittelständische Unternehmen auf Antrag. Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.8.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020.
  • Auszubildende: Ausbildungsbetriebe erhalten Prämien von 2.000 Euro bzw. 3.000 Euro, sofern sie ihr Ausbildungsangebot nicht verringern bzw. dieses sogar erhöhen. Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten danach für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird. Solche Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro.
  • Innovationsprämie: Erhöhung der Kaufprämie für E-Fahrzeuge bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro und Erhöhung der Kaufgrenze auf 60.000 Euro für die begünstige Versteuerung der Privatnutzung von E-Firmenwagen.

In der praktischen Umsetzung sind noch einige Fragen offen. Es ist daher zu erwarten, dass diese im weiteren Gesetzgebungsprozess geklärt werden.

Antrag auf Soforthilfe

 

Seit dem heutigen Tag (26.3.2020) besteht in Schleswig-Holstein die Möglichkeit die angekündigten finanziellen Soforthilfen zu beantragen. Hier zu muss ein 3 seitiger Fragebogen ausgefüllt und vom jeweiligen Selbständigen/Unternehmen unterzeichnet werden. Bei Fragen zu einzelnen Punkten des Fragebogens stehen wir Ihnen gern helfend zur Verfügung.

Die Bundesregierung hat am 23.03.2020 finanzielle Soforthilfen (Zuschüsse) für kleine Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen sowie für Solo-Selbständige und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu 10 Beschäftigten verabschiedet. Das Volumen umfasst bis zu 50 Milliarden Euro.

Im Einzelnen ist vorgesehen:

  • bis 9.000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
  • bis 15.000 € Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten

Den Antrag finden Sie online auf: Antrag auf Soforthilfe online

Aufgrund der Vielzahl von Anfragen kann es passieren, dass die Seite der Investitionsbank Schleswig-Holstein nicht mehr erreichbar ist. Wir haben den Antrag daher vorsorglich auch auf unserer Website zum Download bereitgestellt. Bitte hier klicken.

Die Beantragung der Soforthilfe aus dem Landesprogramm Schleswig-Holstein für Betriebe mit 11 bis 50 Mitarbeitern steht nunmehr auch zur Verfügung: Antrag auf Soforthilfe für Betriebe mit 10 bis 50 Mitarbeiter

Steuerbefreiung auf Beihilfen und Unterstützungen

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Corona-Krise jetzt auch Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro nach § 3 Nr. 11 EStG steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Voraussetzung für die steuerfreien Beihilfen ist, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Die in R 3.11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 bis 3 der Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) genannten Voraussetzungen brauchen in diesen Fällen nicht vorzuliegen.

Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer

 

Eine der zentralen Fragen für viele Arbeitnehmer im Zusammenhang mit Corona ist, wie die aktuelle Situation finanziell ausgestanden werden kann. Dazu haben wir einmal verschiedene Fall-Konstellationen zusammengestellt.

Krankheit/verordnete Quarantäne durch das Gesundheitsamt

Es ist zu unterscheiden, ob ein Arbeitnehmer wegen Corona krankgeschrieben ist oder aus Sicherheitsgründen zur Vermeidung einer Weiterverbreitung vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wird.

Im ersten Fall ist wie mit einer üblichen Krankschreibung vorzugehen. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber und im Anschluss auf Krankengeldzahlung durch die jeweilige Krankenkasse. Arbeitgeber die im Vorjahr im Durchschnitt nicht mehr als 30 Arbeitnehmer pro Monat beschäftigt haben, erhalten über das U1 Ausgleichsverfahren einen Teil des fortgezahlten Entgeltes erstattet.

Im zweiten Fall (Quarantäne) liegt keine Krankheit vor. Somit fällt dies nicht unter die übliche Lohnfortzahlung. Einen Anspruch auf Weiterzahlung des Nettolohns/Entschädigung hat der Arbeitnehmer aufgrund des Infektionsschutzgesetzes gegenüber dem Staat. Die weitere Zahlung erfolgt über den Arbeitgeber, auch wenn in den Arbeitsverträgen eine Weiterzahlung des Arbeitslohnes nach §616 BGB ausgeschlossen wurde. Diese Entschädigung ist in den ersten 6 Wochen der Quarantäne durch den Arbeitgeber auszuzahlen. Sollte die Quarantäne auch danach bestehen, würde die Auszahlung über das Gesundheitsamt erfolgen.

Die Erstattung durch das zuständige Gesundheitsamt am Wohnsitz des Arbeitnehmers ist vom Arbeitgeber innerhalb von 3 Monaten nach Ende der Quarantäne zu stellen.

Betriebsschließung

Bei temporären Schließungen des Betriebes anhand behördlicher Anordnungen zum Schutz vor der Ausbreitung des Corona-Virus besteht für den Arbeitgeber weiterhin Lohnfortzahlungspflicht. Dass in einem solchen Fall die Arbeitnehmer nicht weiter arbeiten können, fällt in das Betriebsrisiko des Arbeitgebers.

Im Nachfolgenden hierzu die Ausführungen zum Kurzarbeitergeld.

Kurzarbeitergeld

Sollten Ihrem Unternehmen wegen des Corona-Virus Aufträge abgesagt werden, Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung bestehen und damit einhergehend andere wirtschaftliche Probleme entstehen, gibt es die Möglichkeit der Einführung von Kurzarbeit wegen Arbeitsmangel. Diese Kurzarbeit ist im Vorfeld bei der Agentur für Arbeit zu beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit informiert auf eine Sonderseite über aktuelle Informationen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

Die aktuell angekündigten Anpassungen bei der Kurzarbeit sind:

  1. Absenkung der vom Arbeitsausfall betroffenen Arbeitnehmer von 30% auf 10%
  2. Verzicht auf negative Arbeitszeitkonten (Überstunden müssen nicht abgebaut werden)
  3. Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge
  4. Verlängerung von 12 auf 24 Monate

Weitere wichtige Informationen zum Einstieg in das Thema „Kurzarbeit“ können Sie auch aus den beiden nachfolgenden Videos der Agentur für Arbeit entnehmen.

Wichtig: Bevor Sie als Unternehmen Kurzarbeit beantragen können, müssen Sie die Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur anzeigen. Erst  nach der Anzeige können Sie die Kurzarbeit beantragen. Zur Abgabe der Anzeige wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber-Service. Vom Arbeitgeber-Service erhalten Sie dann die Zugangsdaten, um Kurzarbeitergeld beantragen zu können.

Den Vordruck zur Anzeige haben wir Ihnen nachfolgend verlinkt: Vordruck zur Anzeige von Kurzarbeit

Um Sie bei der Anzeige/Beantragung von Kurzarbeit bestmöglich zu unterstützen haben wir nachfolgende noch weitere Unterlagen für Sie zusammengestellt, welche Sie gern verwenden und auch weitergeben dürfen.

  1. Arbeitszeitaufzeichnungen (als Excel-Datei)
  2. Muster-Mitteilung an Mitarbeiter über Einführung von Kurzarbeit (als Word-Datei)
  3. Allgemeines Merkblatt zur Kurzarbeit (als pdf-Datei; Stand November 2019)

Kinderbetreuung

 

Muss ein Arbeitnehmer aufgrund von Kita- oder Schulschließungen sein Kind zu Hause betreuen, hat dieser Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Entschädigung durch das Infektionsschutzgesetz ebenso wenig wie auf Kinderkrankengeld durch die Krankenkasse, da hier keine Krankheit vorliegt.

In diesem Fall müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer verständigen, ob Überstunden abgebaut werden sollen, bezahlter oder unbezahlter Urlaub herangezogen werden kann oder auch die Möglichkeit besteht im Home-Office zu Arbeiten.

Gesundheits- und Arbeitsschutz

 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt auf Ihrer Website www.infektionsschutz.de Antworten auf die häufigsten Fragen und informiert außerdem zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Weitere Fragen können auch über die hierfür eingerichtete Informations-Hotline gestellt werden.

Hotline für allgemeine Fragen zum Corona-Virus: 030 346 465 100

Täglich aktualisierte Einschätzungen und Risikobewertungen finden Sie außerdem auf den Websites des Robert-Koch-Instituts und des Bundesministeriums für Gesundheit.

Selbstständige

 

Allgemeine Informationen für Unternehmen und Selbstständige

Unternehmen und Selbstständige erhalten auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zahlreiche wichtige Informationen zum Umgang mit Corona-Verdachtsfällen, zur finanziellen Unterstützung durch den Bund und Vieles mehr. Weitere Fragen können auch über die Informations-Hotline gestellt werden.

Hotline für wirtschaftsbezogene Fragen zum Corona-Virus: 030 186 15 15 15

 

Verdienstausfall für Unternehmen/Selbständige

Bei behördlich verordneter Quarantäne haben auch Selbständige und Freiberufler einen Anspruch auf Entschädigung durch das Infektionsschutzgesetz. Hier ist der Antrag direkt vom Selbständigen/Freiberufler beim zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 3 Monaten nach Ende der Quarantäne zu stellen.

Die Entschädigung der ersten 6 Wochen berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen und unter Nachweis des letzten Einkommensteuerbescheides. Ab der 7.Woche bemisst sich die Entschädigung nach der Höhe des Krankengeldes. Bei Existenzgefährdung können auf Antrag auch weiterlaufende, nichtgedeckte Betriebsausgaben erstattet werden.

Mehr Informationen erhalten Sie auf nachfolgender Seite: Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein

Den Antrag auf Verdienstausfallentschädigung finden Sie: Antrag downloaden

Kredite zur Stärkung der Liquidität

 

Die Bundesregierung hat aktuell zur Stärkung der Unternehmen mit Liquidität ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Hierbei soll die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise durch kurzfristige Versorgung mit Liquidität unterstützen.

Die KfW wird, um dieser Aufgabe nachzukommen, bestehende Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen und die Zugangsbedingungen und Konditionen für diese Finanzierungen verbessern. Wichtig: es handelt sich bei den Mitteln stets um Kredite und nicht um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Mehr Informationen zu den Angeboten finden Sie hier: KfW-Corona-Hilfe